Unterwegs sind wir, wenn wir nicht zu Hause sind.
Weil:
Handy klingelt, Freund ruft an. Fragt, wo du bist? "Unterwegs", während wir uns vielleicht gerade mit Bus, Bahn, Zug, Fahrrad oder Füssen von A nach B bewegen. Irrelevant, ob du von zu Hause oder Nicht-Zuhause kommst oder gehst; auf alle Fälle bist du nicht daheim.
Unterwegssein hat einen dynamischen Charakter, und verweist auf das Nicht-Zuhause-Sein.
Letztens sass ich im ruhigen, begrünten Hinterhof eines Cafés und wurde von einem befreundeten Menschen angerufen. Unterwegs sei ich, habe ich gesagt. Definitiv war ich nicht zuhause, aber definitiv nicht besonders dynamisch, wie ich da unterm Sonnenschirm sass und in einer Lektüre blätterte. Und gleich danach habe ich meiner Verabredung angerufen, der ich gesagt habe, dass ich "schon da" bin. Hätte ich ihr gesagt, dass ich "noch unterwegs" bin, wäre ich entweder nicht in diesem Café, wo wir uns treffen wollten; oder ich wäre in diesem Café, wo ich auch tatsächlich war, hätten uns aber anderswo verabredet.
Scheinbar ist Unterwegssein von einer zweiten Person abhänging - beziehungsweise bin ich, in dem Café sitzend und auf meine Verabredung wartend, streng genommen trotzdem unterwegs - spätestens, wenn der Gastbetrieb hier die Feierabendglocken läuten lässt, mein Geld einkassiert.
Dennoch: der Wortgebrauch ist an den Standort und die Beziehung zu einer Zweitperson gekoppelt.
Szenario uno: P kontaktiert mich unverbindlich, fragt, wo ich bin. Antwort "unterwegs" gibt folgende Auskunft: ich bin ausserhalb meines Heimes, treib mich irgendwo rum, tu irgendwas. Natürlich vorausgesetzt, dass P zu diesem Zeitpunkt nicht bei mir zu Hause sein kann, ansonsten würde ihm durch die Antwort "Unterwegs" keine neue Information gegeben. Eher wäre das dann eine zickige Absage und hiesse so viel wie: ich bin busy und hab keinen Bock, dir Näheres zu erzählen. Not so lovely.
Szenario due: P kontaktiert mich verbindlich, weil verabredet. Unterwegssein bedeutet dann, dass ich noch nicht am Treffpunkt angekommen (und obviously auch aushäusig) bin.
So viel Geschriebenes zu einem so unscheinbaren Adverb. Aber meine Gedanken sind noch nicht ausgedacht: In meinen Beispielen sprechen die Personen immer mittels Fernkommunikatoren aka Smartphones, Telefonen, iWatches und wie das Zeug heute so heisst. Was zur Hölle hatte dieses Wort für eine Bedeutung, als es noch keine Telefone, Whatsapp und SMS gab?!
Da gabs nur eine Schaubühne für Unterwegs: "Ich hab unterwegs noch ein Baguette gekauft" - als Schilderung eines vergangenen/bevorstehenden Erlebnisses/Vorhabens, das im Zeitraum von A nach B stattfand/stattfinden wird.
Das digitale Zeitalter hat Unterwegs schon was Popularität gebracht.
So, zum Schluss: Ich werde unterwegs, auf dem Weg zum Café, auf Google Maps gucken, damit ich nicht abwegs auf den Holzweg gerate und einen Umweg fahre, sonst ist mein Lieblingsplatz eventuell weg, aber das ist eher abwegig.
Weil:
Handy klingelt, Freund ruft an. Fragt, wo du bist? "Unterwegs", während wir uns vielleicht gerade mit Bus, Bahn, Zug, Fahrrad oder Füssen von A nach B bewegen. Irrelevant, ob du von zu Hause oder Nicht-Zuhause kommst oder gehst; auf alle Fälle bist du nicht daheim.
Unterwegssein hat einen dynamischen Charakter, und verweist auf das Nicht-Zuhause-Sein.
Letztens sass ich im ruhigen, begrünten Hinterhof eines Cafés und wurde von einem befreundeten Menschen angerufen. Unterwegs sei ich, habe ich gesagt. Definitiv war ich nicht zuhause, aber definitiv nicht besonders dynamisch, wie ich da unterm Sonnenschirm sass und in einer Lektüre blätterte. Und gleich danach habe ich meiner Verabredung angerufen, der ich gesagt habe, dass ich "schon da" bin. Hätte ich ihr gesagt, dass ich "noch unterwegs" bin, wäre ich entweder nicht in diesem Café, wo wir uns treffen wollten; oder ich wäre in diesem Café, wo ich auch tatsächlich war, hätten uns aber anderswo verabredet.
Scheinbar ist Unterwegssein von einer zweiten Person abhänging - beziehungsweise bin ich, in dem Café sitzend und auf meine Verabredung wartend, streng genommen trotzdem unterwegs - spätestens, wenn der Gastbetrieb hier die Feierabendglocken läuten lässt, mein Geld einkassiert.
Dennoch: der Wortgebrauch ist an den Standort und die Beziehung zu einer Zweitperson gekoppelt.
Szenario uno: P kontaktiert mich unverbindlich, fragt, wo ich bin. Antwort "unterwegs" gibt folgende Auskunft: ich bin ausserhalb meines Heimes, treib mich irgendwo rum, tu irgendwas. Natürlich vorausgesetzt, dass P zu diesem Zeitpunkt nicht bei mir zu Hause sein kann, ansonsten würde ihm durch die Antwort "Unterwegs" keine neue Information gegeben. Eher wäre das dann eine zickige Absage und hiesse so viel wie: ich bin busy und hab keinen Bock, dir Näheres zu erzählen. Not so lovely.
Szenario due: P kontaktiert mich verbindlich, weil verabredet. Unterwegssein bedeutet dann, dass ich noch nicht am Treffpunkt angekommen (und obviously auch aushäusig) bin.
So viel Geschriebenes zu einem so unscheinbaren Adverb. Aber meine Gedanken sind noch nicht ausgedacht: In meinen Beispielen sprechen die Personen immer mittels Fernkommunikatoren aka Smartphones, Telefonen, iWatches und wie das Zeug heute so heisst. Was zur Hölle hatte dieses Wort für eine Bedeutung, als es noch keine Telefone, Whatsapp und SMS gab?!
Da gabs nur eine Schaubühne für Unterwegs: "Ich hab unterwegs noch ein Baguette gekauft" - als Schilderung eines vergangenen/bevorstehenden Erlebnisses/Vorhabens, das im Zeitraum von A nach B stattfand/stattfinden wird.
Das digitale Zeitalter hat Unterwegs schon was Popularität gebracht.
So, zum Schluss: Ich werde unterwegs, auf dem Weg zum Café, auf Google Maps gucken, damit ich nicht abwegs auf den Holzweg gerate und einen Umweg fahre, sonst ist mein Lieblingsplatz eventuell weg, aber das ist eher abwegig.