Die Metro 7 macht kurzen Halt vor dem Kant-Institut und tuckert langsam weiter Richtung Rebfeld. Wie merkwürdig es doch ist, denke ich, da steige ich im menschenüberfüllten Stadtkern in die Bahn, setzte mich, die Türen schliessen sich, fahre Stück für Stück den Schienen entlang und kann zusehen, wie sich die Menschenmasse allmählich verliert, die Hochhäuser schrumpfen und zu Einfamilienhäusern und Wohnblöcken werden. Dann drücke ich den Knopf, die Türen öffnen sich, ich steige aus und finde mich in einer scheinbar völlig anderen Welt wieder.
Ich schlendere einen Kiesweg entlang, irgendwo zwischen Kant-Institut und Rebfeld. Links und rechts strecken Ahornbäume majestätisch ihre Kronen in den Himmel, dazwischen dichte, dunkelgrüne Eiben und Schlehensträuche. Die Luft riecht herb, grasig, weniger staubig als in der Stadt. Der Kiesweg mündet in eine Pflasterstrasse, in der die Häuser in ungewöhnlich grossem Abstand aneinander gereiht sind.
Es ist seltsam still. Keine Kinder, die auf der Strasse spielen, kein Hundegebell oder herumstreunende Katzen, keine Bewohner, die sorgsam ihren Hecken einen neuen Schnitt geben.
Vor einem grossen Holztor, hinter dem ich eine Backsteinfassade erkenne, halte ich inne.
Auf einmal fühle ich, wie sich ein dünner, bleierner Nebelmantel um meine Brust legt, und die Luft um mich mir den Sauerstoff aus den Lungen saugt. Als würde die Umwelt hier von meinem Körper Energie abnehmen.
-Sie sind nicht die erste, die so fühlt. Abrupt drehe ich mich um, blicke in zwei schwarzbraune Augen eines lächelnden Männergesichts mit markanten Wangenknochen.
-Was meinen Sie?, entgegne ich, um die mystische Absurdität zu banalisieren. Der Mann lächelt schweigend, öffnet die schwere Holzpforte mit einem langen, eisernen Schlüssel mit verschnörkeltem Griff und gewährt mir mit einem kurzen Handwinken Einlass.
-Wir sind es uns nicht mehr gewöhnt, uns zurückzuziehen, auszuruhen und die eigenen Gedanken und Gefühle loszulassen. Das macht vielen Angst und sie fühlen sich bedroht. Das ist es doch, was sie fühlen, nicht? Als würden Ihre guten Gedanken, Träume vom Nichts verschluckt.
Ich schweige und zögere.
-Es ist Ihre Entscheidung, aber glauben Sie mir; es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man mit der Leere, dem Nichts in Berührung kommt. Es befreit. Und Sie werden sehen, dass man vor allen Dingen auch Gefühle abgeben kann, die man gar nicht fühlen möchte... Für die Kur gilt nur eines: Sie müssen bereit sein, sich der Flaute völlig hinzugeben...
Unsicher setze ich meinen Fuss auf die Schwelle der Pforte; das grosse, alte, von Efeu überwucherte Backsteinhaus vor mir. Mein Kopf möchte Kehrt machen, zurück in die Bahn, zurück ins Getümmel, die Menschenmassen, das Leben, die Hektik... Irgendwas hält mich zurück, als würde das Haus die Arme ausstrecken, um mich zu begrüssen...
und um mir mein schweres, unsichtbares Gepäck, das ich erst jetzt bemerke, abzunehmen.
Ich schlendere einen Kiesweg entlang, irgendwo zwischen Kant-Institut und Rebfeld. Links und rechts strecken Ahornbäume majestätisch ihre Kronen in den Himmel, dazwischen dichte, dunkelgrüne Eiben und Schlehensträuche. Die Luft riecht herb, grasig, weniger staubig als in der Stadt. Der Kiesweg mündet in eine Pflasterstrasse, in der die Häuser in ungewöhnlich grossem Abstand aneinander gereiht sind.
Es ist seltsam still. Keine Kinder, die auf der Strasse spielen, kein Hundegebell oder herumstreunende Katzen, keine Bewohner, die sorgsam ihren Hecken einen neuen Schnitt geben.
Vor einem grossen Holztor, hinter dem ich eine Backsteinfassade erkenne, halte ich inne.
Auf einmal fühle ich, wie sich ein dünner, bleierner Nebelmantel um meine Brust legt, und die Luft um mich mir den Sauerstoff aus den Lungen saugt. Als würde die Umwelt hier von meinem Körper Energie abnehmen.
-Sie sind nicht die erste, die so fühlt. Abrupt drehe ich mich um, blicke in zwei schwarzbraune Augen eines lächelnden Männergesichts mit markanten Wangenknochen.
-Was meinen Sie?, entgegne ich, um die mystische Absurdität zu banalisieren. Der Mann lächelt schweigend, öffnet die schwere Holzpforte mit einem langen, eisernen Schlüssel mit verschnörkeltem Griff und gewährt mir mit einem kurzen Handwinken Einlass.
-Wir sind es uns nicht mehr gewöhnt, uns zurückzuziehen, auszuruhen und die eigenen Gedanken und Gefühle loszulassen. Das macht vielen Angst und sie fühlen sich bedroht. Das ist es doch, was sie fühlen, nicht? Als würden Ihre guten Gedanken, Träume vom Nichts verschluckt.
Ich schweige und zögere.
-Es ist Ihre Entscheidung, aber glauben Sie mir; es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man mit der Leere, dem Nichts in Berührung kommt. Es befreit. Und Sie werden sehen, dass man vor allen Dingen auch Gefühle abgeben kann, die man gar nicht fühlen möchte... Für die Kur gilt nur eines: Sie müssen bereit sein, sich der Flaute völlig hinzugeben...
Unsicher setze ich meinen Fuss auf die Schwelle der Pforte; das grosse, alte, von Efeu überwucherte Backsteinhaus vor mir. Mein Kopf möchte Kehrt machen, zurück in die Bahn, zurück ins Getümmel, die Menschenmassen, das Leben, die Hektik... Irgendwas hält mich zurück, als würde das Haus die Arme ausstrecken, um mich zu begrüssen...
und um mir mein schweres, unsichtbares Gepäck, das ich erst jetzt bemerke, abzunehmen.
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